| Die
DESAFINADO - Definition für "Streit":

Zwei Menschen, die
sich vergeblich bemühen, einem andern Menschen, der ihnen wichtig
ist, dazu zu bringen, etwas, was ihnen sehr wichtig ist, so zu sehen,
wie sie selbst.
Folgerungen:
- Streit ist nichts schlimmes
(und schon gar nicht ein Zeichen dafür, dass Sie sich nicht
mehr lieben), sondern zeigt, dass es Ihnen um ein wichtiges
Thema geht.
- Die Schwierigkeit entsteht,
weil es manchmal nicht leicht ist, in Ruhe zu erklären,
worum es einem geht, und warum einem das Ganze so wichtig
ist.
- Und weil es manchmal schwer
ist, in Ruhe zuzuhören und zu verstehen, was dem andern
eigentlich wichtig ist.
- Außerdem: je weniger ich
den Eindruck habe, dass der andere bereit ist, mich zu verstehen,
desto weniger bin ich bereit, zu versuchen, ihn zu verstehen
(und umgekehrt!!!).
Sehr wichtig und hilfreich
ist folgende Grundhaltung:
Es gibt ein Problem,
und ich möchte es gern mit Dir gemeinsam als Team lösen, weil Du
mir wichtig bist und ich gern möchte, dass es uns gut zusammen geht.
Und ich gehe davon aus, dass Du das auch möchtest.
Dafür ist es notwendig,
dass wir uns sagen, was uns stört, nicht um den andern anzuklagen
oder zu besiegen, sondern um gemeinsam nach einer guten Lösung suchen
zu können.
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Vermutlich
haben Sie - wie die meisten von uns, folgende Kommunikationsregeln
schon mal gehört.
Leider
nutzt es nichts, sie nur zu kennen, man muss sie auch anwenden!
Dann aber ist es erstaunlich, wie sie ein Gespräch verändern können.

- Sprechen Sie von sich,
erzählen Sie dem andern, wie sein Verhalten auf sie wirkt
und was es in Ihnen auslöst. Vermeiden Sie Aussagen über
den andern ("Du bist immer so rücksichtslos"),
denn dies "Du-Botschaften" kommen gern als Vorwürfe
an, und führen dazu, dass der andere in die Verteidigung
geht, nämlich entweder dicht macht oder einen Gegenangriff
startet.
- Beschränken Sie sich auf
eine ganz konkrete Situation und bleiben Sie dabei. Das
macht es beiden leichter, etwas zu klären, wenn nicht noch
der Ärger über andere Situationen dazu kommt.
- Bleiben Sie bei ganz konkreten
Verhalten in dieser Situation
- vermeiden Sie Verallgemeinerungen
wie immer und nie - Sie können sicher sein, dass der andere
dann nicht mehr zuhört, sondern innerlich seine empörte
Gegenrede formuliert. Und Ihnen geht es doch darum, verstanden
zu werden.
- Öffnen Sie sich, lassen
Sie den andern wissen, was in Ihnen vorgeht, was die Situation
in Ihnen auslöst. Es ist wichtig, dass er erfährt, dass
sie nicht nur wütend sind, sondern vielleicht auch verunsichert
und verletzt...
- Wenn Ihnen auffällt, dass
der andere aufmersam zuhört und sich um Verständnis für
Sie bemüht, können Sie gern ausdrücken, dass Sie das gut
finden!
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Dem
andern zuhören und versuchen, zu verstehen, worum es ihm geht, und
warum dieses Thema so wichtig für ihn ist, ist ein zentraler Beitrag
für das Gelingen eines Gesprächs über ein schwieriges Thema.
Folgende Vereinbarung kann
Ihnen dabei helfen: Erst erklärst Du mir in Ruhe, worum es Dir geht,
und wenn ich das verstanden habe, erkläre ich Dir, warum ich so
aufgebracht war und Du hörst mir zu und versuchst, meine Sichtweise
zu verstehn. Und hinterher gucken wir, wie wir aus diesen unterschiedlichen
Sichtweisen etwas Gutes machen...

- Zeigen Sie, dass Sie zuhören!
So unterstützen Sie den Partner, Ihnen zu erklären, worum
es ihm geht. Unterschätzen Sie die Wichtigkeit von Blickkontakt
oder kleinen Zeichen nicht.
- Versuchen Sie jeden Gedanken,
den der Partner formuliert, mit eigenen Worten zusammen
zu fassen, um sicher zu gehen, dass Sie verstanden haben,
was er meint (Sie werden sich wundern, wieviele Missverständnisse
schon in zwei Sätzen möglich sind).
- Wenn Sie etwas nicht verstehen,
fragen Sie nach, möglichst offen (z.B.: "kannst Du
da noch ein bisschen mehr drüber sagen?" statt: "das
liegt doch sicher an Deiner Selbstunsicherheit?")
- Wenn das, was Sie hören,
Sie nicht kalt lässt, sagen Sie ruhig kurz was, bevor Sie
weiter zuhören (und gehen Sie später ausführlich drauf ein,
wenn Sie möchten). Günstig ist "ich bin verblüfft,
dass Du das so gesehen hast" statt "Du siehst
das mal wieder völlig falsch"
- Wenn Ihnen auffällt, dass
der andere sich bemüht, Ihnen ruhig und ohne Anklage zu
erklären, was mit ihm los ist, können Sie gern ausdrücken,
dass Sie das gut finden!
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